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Rot, Gelb, Grün - Wie geht es der Natur in Hessen? Die Hessenampel zeigt den Erhaltungszustand ausgewählter Arten und Lebensraumtypen

Froschlaich, Kaulquappe

Froschlaich, Kaulquappe

Alle sechs Jahre werden die Ergebnisse die im Rahmen der europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) erfasst werden vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) veröffentlicht. Darin wird der Erhaltungszustand einer Art oder eines Lebensraumtyps in Form einer Ampel (rot, gelb, grün) gezeigt und mit den Ergebnissen der letzten Untersuchung verglichen.

Die „Hessenampel“ macht deutlich, dass sich der Zustand vieler Arten und Lebensräume in Hessen, die sich in einem schlechten Erhaltungszustand befinden, von 2007 mit 21 Arten auf aktuell 35 Arten erhöht hat. Für 21 Tier- und Pflanzenarten steht die Ampel auf „Grün“, wie zum Beispiel für den Biber, die Wildkatze oder die Zierliche Moosjungfer, die sich in einem günstigen Erhaltungszustand befinden. Dagegen gibt es Gruppen von Arten die eine deutliche Verschlechterung innerhalb der letzten Jahre verzeichnen, unter anderem innerhalb der Gruppe der Fledermäuse die aufgrund des Rückgangs von Fluginsekten oder Lebensraumverluste durch Baumfällungen und Gebäudesanierungen Ihre Lebensgrundlagen verlieren. Bei den Schmetterlingen ist der Rückgang besonders groß, weil sie extensiv genutzte Mähwiesen und Weiden als Lebensraum benötigen und diese Lebensräume immer seltener werden. Eine weitere Gruppe, die in besonderem Maße unter Druck stehen sind Amphibien. Arten deren Status auf „Rot“ steht innerhalb der Amphibien sind, die Geburtshelferkröte, Gelbbauchunke, Bergunke, Kreuzkröte, Wechselkröte, Laubfrosch, Knoblauchkröte und der Moorfrosch. Der Gras-, Taufrosch und der Kammmolch stehen auf „Gelb“ in der aktuellen Ampel. Für alle gilt eine Tendenz mit zunehmender Verschlechterung sowie einem Verlust der entsprechenden an Wasser gebundenen Lebensraumtypen. Insbesondere den Pionierarten unter diesen fehlen zunehmend vegetationsfreie, neu entstandene Kleingewässer die als Lebensraum und zur Fortpflanzung dienen.

Insgesamt hat sich der Anteil von Lebensraumtypen mit schlechtem Erhaltungszustand gegenüber dem letzten Bericht (2019) von knapp 67 auf 69 Prozent leicht erhöht.

Der NABU Frankfurt Nord arbeitet aktiv im Frankfurter Norden gegen diesen Lebensraumverlust an. Streuobstwiesen werden angekauft und extensiv bewirtschaftet, Insektenhotels werden aufgestellt, Hausbesitzer werden animiert Ihre Häuser fledermausfreundlich zu gestalten und Fledermauskästen aufzuhängen. Der NABU Frankfurt Nord setzt sich auch dafür ein, dass die zahlreichen Quellstandorte und Feuchtwiesen entlang der Eschbachaue renaturiert werden und als Lebensraum für wassergebundene und feuchtigkeitsliebende Tier- und Pflanzenarten wiederhergestellt werden. Diese Maßnahmen dienen auch dem Wasserrückhalt und der Grundwasserneubildung insbesondere in trockenen Jahren. Die Wiedervernässung eines Grundstücks innerhalb der Eschbachaue zeigt auch bereits erste Erfolge, bereits im ersten Jahr nach der Anlage von mehreren stehenden Kleinstgewässern haben Frösche Ihren Laich zur Fortpflanzung massenhaft abgelegt.

Helfen Sie mit und unterstützen Sie die lokale Naturschutzarbeit im Frankfurter Norden mit Spenden oder der zur Verfügung Stellung von Flächen zur naturnahen ökologischen Bewirtschaftung. Damit helfen Sie die fortschreitende Flächenversiegelung zu verhindern und den Verlust von Lebensräumen zu reduzieren.